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Debattenreihe Friedensdenkschrift

Die Evangelische Kirche hat im November 2025 eine neue veröffentlicht, die schon im Entstehungsprozess von heftigen Kontroversen begleitet war. Dass dabei grundsätzliche Spannungslinien aufbrechen, überrascht nicht. Die ernsten Fragen zu Krieg und Frieden sind strittig – zu Recht und nicht nur unter Christ*innen.

Der Friedensakademie-Blog begleitet vor diesem Hintergrund zwei Veranstaltungen (in  und ) zur Auseinandersetzung mit den friedensethischen Perspektiven der Denkschrift „“ und bringt dabei Friedens- und Konfliktforschung mit Engagierten der evangelischen Kirche ins Gespräch. In der „Debattenreihe Friedensdenkschrift“ werden die Beiträge und Perspektiven dieser Veranstaltung in positionsstarken Kommentaren sichtbar. Welches Friedensverständnis liegt der Denkschrift zugrunde? Wem gilt „Schutz vor Gewalt“ und welche Gewaltformen werden berücksichtigt? Wie können friedenswissenschaftliche Perspektiven (z. B. Friedenslogik, Friedensbildung, Zivile Konfliktbearbeitung) die Kontroversen erhellen? Die Beiträge und Kommentare werden sukzessive veröffentlicht, um wechselseitige Bezugnahmen zwischen den Beteiligten zu ermöglichen. 

Titelbild mit Aufschrift "Debattenreihe Friedensdenkschrift". Im Hintergrund 3 Ausgaben der Friedensdenkschrift übereinandergelegt. Darauf stilisierte Friedenstaube und Titel: "Welt in Unordnung - Gerechter Friede im Blick". "evangelische Friedensethik angesichts neuer Herausforderungen" EKD Evangelische Kirche in Deutschland. Oben Logo der Friedenskademie Rheinland-Pfalz

Von Dr. Gregor Walter-Drop, 2. März 2026 - Wie verhält sich die EKD-Friedensdenkschrift zum Staat und welche Folgen hat das für ihre Argumentation? In dieser politikwissenschaftlichen Analyse kommt Dr. Gregor Walter-Drop, Geschäftsführer der Friedensakademie Rheinland-Pfalz, zu drei zentralen Befunden: 1. Die Friedensdenkschrift bindet sich friedensethisch an den Staat, ohne dessen zweifelhafte Bilanz mit Blick auf gerechten Frieden zu reflektieren. 2. Sie macht die liberale Demokratie zum Ausgangspunkt einer Rechtfertigungskette, ohne die Konsequenzen ihrer gegenwärtigen Krise zu durchdenken. 3. Sie betont die Bedeutung staatlicher Souveränität und territorialer Integrität ohne das inhärente Spannungsverhältnis zum Selbstbestimmungsrecht zu diskutieren.

Titelbild mit Aufschrift "Debattenreihe Friedensdenkschrift". Im Hintergrund 3 Ausgaben der Friedensdenkschrift übereinandergelegt. Darauf stilisierte Friedenstaube und Titel: "Welt in Unordnung - Gerechter Friede im Blick". "evangelische Friedensethik angesichts neuer Herausforderungen" EKD Evangelische Kirche in Deutschland. Oben Logo der Friedenskademie Rheinland-Pfalz

Von Gerhard Vowe, 6. Februar 2026, Wie lässt sich die Chance vergrößern, dass die Botschaft vom Gerechten Frieden Gehör findet? Dass sie öffentlich bemerkt, erörtert, erinnert, bedacht wird? Meine Antwort: Jede Botschaft hat es heutzutage sauschwer. Denn das Angebot an Botschaften steigt und steigt, und so wird die Aufmerksamkeit der Adressaten immer knapper. Aber: Die Chance auf Gehör könnte größer sein, wenn sich die Kirche stärker auf drei Spielregeln einließe, nach denen um öffentliche Resonanz gerungen wird.

Titelbild mit Aufschrift "Debattenreihe Friedensdenkschrift". Im Hintergrund 3 Ausgaben der Friedensdenkschrift übereinandergelegt. Darauf stilisierte Friedenstaube und Titel: "Welt in Unordnung - Gerechter Friede im Blick". "evangelische Friedensethik angesichts neuer Herausforderungen" EKD Evangelische Kirche in Deutschland. Oben Logo der Friedenskademie Rheinland-Pfalz

Von Christoph Picker und Christoph Weller, 28. Januar 2026 - Christoph Picker, Direktor der Evangelischen Akademie der Pfalz, und Christoph Weller, Professor für Friedens- und Konfliktforschung an der Universität Augsburg, greifen die Einladung der Friedensdenkschrift zur Prüfung von Positionen und zur Formulierung von Fragen auf. Im Folgenden fokussieren sie zwölf Themenbereiche, die der weiteren Diskussion bedürfen und in denen die Anerkennung von Dissens einen wertvollen Beitrag zum Frieden leisten könnte. Die Fragen sollen die Debatte anregen und strukturieren. Sie eröffnen eine Blogreihe der Friedensakademie Rheinland-Pfalz und laden ein, sich zu beteiligen.